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Eigentümerversammlung 2018: Die aus der Presse bekannte Firma Kostmann präsentierte Kostenschätzung für Asphaltierung (datiert 29.9.2017! Zuschlagsfrist 60 Tage!)

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt in der Causa „Baukartell“ wegen Absprachen unter den beteiligten Firmen und wegen des Verdachts überhöhter Preise zu Lasten der Öffentlichkeit. Auch die Geschenkannahme durch Beamte wird untersucht. Im Visier stehen 27 Amtsträger und über 160 Personen bzw. Unternehmen.

… Im Zuge einer großangelegten Razzia der Steuerfahndung am 22. April 2016 wurden Unternehmen und auch Mitarbeiter in Augenschein genommen. Dabei konnten jede Menge brisante Dokumente sichergestellt werden. Für die Ermittler besonders interessant: Ein im Fahrzeug eines Managers der Lavanttaler Baufirma Kostmann gefundener roter Aktenordner, den dieser bei der Hausdurchsuchung vergeblich versucht haben soll, auf die Schnelle noch verschwinden zu lassen. Der Ordner enthält dem Vernehmen nach detaillierte Aufzeichnungen zu Vergaben bei verschiedenen Bauprojekten im ganzen Bundesgebiet. Dabei soll es offenbar regelmäßig zu Preisabsprachen und koordinierten Anbotslegungen mit letztlich überhöhten Preisen gekommen sein – wie auch zur Aufteilung des „Gewinns“ nach einem festgelegten Schlüssel an nicht mitbietende bzw. nicht zum Zug kommende Unternehmen.

http://www.unterkaerntner.at/Nachrichten/Artikel/3e798a89-4670-4bf6-9582-84418c18eb07

Die Steuerfahnder fanden den Ordner im Auto des für Auftragsakquise zuständigen Managers – und darin jede Menge belastendes Material.

Am 22. April 2016 wurde der Mann mit dem roten Ordner aktiv. Sein Anwalt teilte der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) mit, dass sein (namentlich nicht genannter) Mandant Kenntnis von Preisabsprachen in öffentlichen Vergabeverfahren habe, aussagen wolle und sich als Kronzeuge zur Verfügung stelle. Der Mann sei „zwischen 2008 und 2016 bei einer Vielzahl von Besprechungen dabei gewesen, bei denen große und namhafte Baufirmen bei den jeweiligen Vergaben vorab den Preis und auch den Zuschlag ausgemacht haben“.

Und: „Bei der nächsten Vergabe sollte dann eine andere Baugesellschaft zum Zug kommen bzw. wurden Ausgleichszahlungen vereinbart, die durch Deckungsrechnungen kaschiert wurden.“ Es gehe um eine Auftragssumme von 50 bis 100 Millionen Euro, den Schaden daraus bezifferte der potenzielle Kronzeuge mit rund zehn Prozent. Geschädigt seien ausschreibungspflichtige Unternehmen wie die Asfinag oder die OMV, aber auch Länder und Gemeinden.

„Kronzeuge A“, wie er im Akt genannt wird, war damals bereit, „weitere Informationen preiszugeben, seine Mittäter zu belasten und auch frühere Vergehen offenzulegen“, schrieb der Anwalt – all das ist Voraussetzung, um Kronzeugenstatus zu bekommen und einer Anklage zu entgehen.

Jedenfalls: Einen Monat später hatte sich „Kronzeuge A“ die Sache anders überlegt – und sprang ab. Sein Mandant sei wegen seiner großen Sorgen psychisch und physisch extrem belastet und daher „nicht in der Lage, einen Beitrag zur Aufklärung der Angelegenheit zu leisten“, musste sein Anwalt der WKStA nun mitteilen. Der Mann hatte es sichtlich mit der Angst zu tun bekommen: Er schließe „auch eine unmittelbar gegen ihn oder seine Familie gerichtete Reaktion nicht aus“, erklärte sein Anwalt der Behörde.

In der Zwischenzeit hatten die Ermittler recherchiert, die Identität von „Kronzeuge A“ herausgefunden, ihn zum Beschuldigten gemacht – und jede Menge Details zusammengetragen.

https://mobil.derstandard.at/2000058758929/Baukartell-Kronzeuge-gab-Tipp-und-ist-jetzt-selbst-Beschuldigter

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