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Energieausweis, „Typenschein für Gebäude“

Der Energieausweis ermöglicht den Immobilienvergleich, unabhängig vom Nutzerverhalten. Doch warum stimmt der rechnerische Bedarf mit dem Realverbrauch oft nicht überein?

Die Energieeffizienz eines Gebäudes spielt eine immer größere Rolle – auch im Hinblick auf die Energiekosten. Der Energieausweis hilft Käufern und/oder Mietern bei der Einschätzung der energetischen Qualität von Gebäuden. Diese lässt sich nämlich mit einem Energieausweis benutzerunabhängig vergleichen. Der Ausweis ist bei bewilligungspflichtigen Neubauten sowie bei Sanierungen Bestandteil der Baueingabeunterlagen, auch als Basis für die Vergabe von Wohnbaufördermitteln ist er in der Regel notwendig. Eine von Bauleuten häufig gestellte Frage ist, was kann der „Typenschein für Gebäude“ und was nicht?

Differenz und Wirtschaftlichkeit

 Im Energieausweis wird der Energieverbrauch eines Hauses oder Gebäudeteils unter Zugrundelegung eines normierten Benutzerverhaltens und bei mittleren Wetterbedingungen erhoben. „Stellen wir uns zwei idente Wohnungen in einem Mehrwohnungshaus vor – die erste Wohnung wird von einem berufstätigen Single bewohnt, die zweite von einer Familie mit zwei Kindern. Natürlich wird der Verbrauch an warmem Wasser in der Singlewohnung in der Regel niedriger ausfallen als bei der Familie“, erklärt Martin Brunn von der Energieausweis-Zentrale des Landes Vorarlberg. Der Energieausweis berücksichtigt bewusst nicht die zu einem bestimmten Zeitpunkt im Haushalt lebenden Personen mit, ihren Bade- und Duschgewohnheiten sowie deren Koch- oder Lüftungsverhalten.

Bei der Erstellung wird davon ausgegangen, dass alle beheizbaren Räume beheizt werden – wohl wissend, dass in älteren schlecht gedämmten, Gebäuden vielfach nur wenige Räume beheizt werden. Daher kommt es zu Unterschieden zwischen rechnerischem Bedarf und tatsächlichem Verbrauch. „Gerade bei Sanierungen empfiehlt es sich, parallel zum normativen Energieausweis eine Berechnung anzufordern, welche das konkrete Benutzerverhalten mitberücksichtigt“, so Brunn. So kann der Kunde zu erwartende Einsparungen und die Wirtschaftlichkeit einer vorgesehenen Sanierung besser einschätzen.

Eine Sanierung kann allerdings nicht zur Gänze aus den zu erwartenden Einsparungen bei den Betriebskosten für Energie finanziert werden. Sie wird ja meist durchgeführt, wenn die Lebensdauer eines Gebäudeteils abgelaufen ist und es sowieso ersetzt werden müsste. Etwaige Mehrkosten, die sich durch effizientere Bauprodukte oder effizientere Lösungen ergeben, rechnen sich in vielen Fällen jedoch schon. Zudem führt eine effiziente Gebäudehülle zu einem hohen Wohnkomfort, stärkt die regionale Wertschöpfung und vermindert die Abhängigkeit von Kostensteigerungen im Energiesektor.

http://www.vol.at/typenschein-fuer-gebaeude/5203905

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