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AK warnt vor unseriösen Schlüsseldiensten

Wer auf Google den Suchbegriff „Schlüsseldienst“ eingibt, stößt zu allererst auf eine Reihe unbezahlter Werbeanzeigen, die auf den ersten Blick kaum von den darunter liegenden Suchergebnissen zu unterscheiden sind. „Schlüsseldienst Graz, 20 Minuten vor Ort, ab neun Euro“, lockt etwa ein Angebot. Geworben wird auch mit österreichischen Webseiten mit der Endung „.at“ und kostenlosen 0800er-Telefonnummern. Am Telefon erhält man einen günstigen Kostenvoranschlag. Doch erst nach Öffnen der Haustüre erwartet Konsumenten die böse Überraschung: Rechnungen in der Höhe von mehreren Hundert Euro.

„Beim letzten aktuellen Fall ging es um 760 Euro. Wir haben aber auch Rechnungen mit über 1.000 Euro“, so Bettina Schrittwieser, Leiterin der Abteilung für Konsumentenschutz. Branchenüblich sind in Graz für das Aufsperren zwischen 70 und 180 Euro, je nach Tageszeit und Art des Türschlosses. Die Abzockerfirmen verrechnen nicht nur das Zehnfache, sie verlangen auch, dass das Geld in bar und an Ort und Stelle bezahlt wird.

„Wir haben Berichte von Konsumenten, dass die Monteure sehr vehement vorgehen. Das geht soweit, dass sie mit den Kunden mit zum Bankomaten gehen“, so Schrittwieser. Ist das Geld einmal bezahlt, gibt es kein Zurück mehr. Der AK Steiermark ist kein Fall bekannt, bei dem Konsumenten auch nur einen Teil des Betrags wieder retourniert wurde. Dennoch rät die Konsumentenschützerin dazu, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Frühzeitig erkennen kann man die unseriösen Aufsperrdienste schon auf deren Internetseiten. Im meist gut versteckten Impressum finden sich stets Firmenadressen in Deutschland. Beim Vergleich der verschiedenen Fälle fiel auf, dass die meisten der ausgestellten Rechnungen nach demselben Muster aufgebaut sind: Oben der Schriftzug „Schlüsseldienst Tag und Nacht“, unten die stets gleich formatierte Anschrift. Name und Adresse der Aufsperrdienste wechseln aber ständig.

„Wir gehen davon aus, dass ein und dasselbe Unternehmen dahintersteckt, auch wenn einmal Essen, dann wieder Dortmund, Bonn oder Mühlheim als Firmensitz angegeben wird“, so Schrittweiser. Außerdem werde der deutsche Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent verrechnet, obwohl in Österreich 20 Prozent vorgeschrieben sind. Damit liegt für Bettina Schrittwieser zivilrechtlich ein klares Vergehen vor: „Ein Unternehmen, das in Österreich Leistungen ausübt muss auch hier Umsatzsteuer abführen. Wir gehen davon aus, dass das nicht passiert“. Die AK wird deswegen Anzeige beim Finanzamt einbringen.

Die AK Steiermark rät, sich von vornherein einen ortsansässigen Anbieter zu merken. Bei Mehrfamilienhäusern sei die Hausverwaltung dazu angehalten, die Kontaktdaten eines seriösen Aufsperrdienstes im Stiegenhaus aufzuhängen. Wer in der Notsituation allerdings mit dem Smartphone nach einem Anbieter sucht, sollte im Impressum der Internetseite nachsehen, ob es sich dabei tatsächlich um eine Firma handelt, die in der Nachbarschaft ihren Sitz hat.

http://help.orf.at/stories/2822374

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