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Wildwuchs beim Nachbarn – überhängende Äste

Über die Grundstücksgrenze wachsende Wurzeln dürfen aus dem Boden entfernt, überhängende Äste dürfen abgeschnitten werden. Hiebei steht das Überleben der Pflanzen jedoch im Vordergrund. Für die fachgerechte Entfernung sollte im Zweifel ein Fachmann beigezogen werden. Die Kosten hiefür hat der beeinträchtigte Grundeigentümer selbst zu tragen. Geht vom Überhang eine Gefahr aus oder droht ein Schaden, sind die notwendigen Kosten vom Nachbarn zur Hälfte zu ersetzen. 

Beim Entfernen der Äste und Wurzeln darf fremder Grund nicht betreten werden und das Schnittgut ist selbst zu entsorgen. 

Führt der Baumbestand des Nachbarn zu einer ortsunüblichen Beschattung des eigenen Grundstücks, kann das „Recht auf Licht“ notfalls auch gerichtlich durchgesetzt werden, wobei vorab verpflichtend ein außergerichtlicher Schlichtungsversuch stattfinden muss.
https://www.anwalt-guntramsdorf.at/recht-praktisch/wildwuchs-beim-nachbarn-ist-der-griff-zur-saege-erlaubt/

§ 422 ABGB:

(1) Jeder Eigentümer kann die in seinen Grund eindringenden Wurzeln eines fremden Baumes oder einer anderen fremden Pflanze aus seinem Boden entfernen und die über seinem Luftraum hängenden Äste abschneiden oder sonst benützen. Dabei hat er aber fachgerecht vorzugehen und die Pflanze möglichst zu schonen. Bundes- und landesgesetzliche Regelungen über den Schutz von oder vor Bäumen und anderen Pflanzen, insbesondere über den Wald-, Flur-, Feld-, Ortsbild-, Natur- und Baumschutz, bleiben unberührt.

(2) Die für die Entfernung der Wurzeln oder das Abschneiden der Äste notwendigen Kosten hat der beeinträchtigte Grundeigentümer zu tragen. Sofern diesem aber durch die Wurzeln oder Äste ein Schaden entstanden ist oder offenbar droht, hat der Eigentümer des Baumes oder der Pflanze die Hälfte der notwendigen Kosten zu ersetzen.

Man hat also ein Selbsthilferecht, das heisst man kann die Äste selbst entfernen oder entfernen lassen, muss dann aber auch die Kosten tragen. Droht Gefahr, beispielsweise durch herabfallende Äste, muss der Eigentümer des Baumes die Hälfte der Kosten übernehmen.

Gibt es auch eine andere Möglichkeit?

Alternativ zu seinem Selbsthilferecht nach § 422 ABGB kann der beeinträchtigte Nachbar gegen überhängende Äste oder eindringende Wurzeln eines fremden Baumes mit nachbarrechtlicher Unterlassungsklage vorgehen, aber nur wenn sich die Beeinträchtigungen durch Selbsthilfe nicht einfach und leicht beseitigen lassen oder davon eine konkrete Gefahr für Personen oder Sachen ausgeht.

Besteht Anspruch auf Schadenersatz?

Unter Umständen ja: Sofern der Baumeigentümer seine Unterlassungspflicht erkennen konnte und dennoch keine entsprechenden Maßnahmen setzte, hat er auch Schadenersatz für die entstandenen Schäden zu leisten.

https://rechtsanwalt.forsthuber.at/index.php/aktuelles/item/93-aeste.html#.XMIicho__xx

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