Last News:

Kurzzeitvermietung Airbnb und Wohnungseigentumsvertrag

Wer eine Eigentumswohnung als Ferienwohnung vermieten will, braucht dafĂŒr die Zustimmung aller anderen WohnungseigentĂŒmer des Hauses. Das hat der Oberste Gerichtshof (OGH) im Jahr 2014 klargestellt. „Die touristische Nutzung eines als Wohnung gewidmeten Wohnungseigentumsobjekts fĂŒr die Dauer von jeweils zwei bis 30 Tagen ist eine genehmigungspflichtige WidmungsĂ€nderung“, so der OGH damals. Weil eine solche Genehmigung aller anderen EigentĂŒmer aber in vielen FĂ€llen nur sehr schwer bis gar nicht zu bekommen ist, gehen immer mehr BautrĂ€ger dazu ĂŒber, bei Neubauprojekten das Thema Kurzzeitvermietung in die WohnungseigentumsvertrĂ€ge hineinzuschreiben. – derstandard.at/2000074814622/Wenn-das-Wohnhaus-zum-Hotel-wird.

https://derstandard.at/2000074814622/Wenn-das-Wohnhaus-zum-Hotel-wird

Die Internet-Plattform Airbnb gehört zu den erfolgreichsten Unternehmen der neuen „Sharing Economy“. Die erst 2008 in San Francisco als Start-up gegrĂŒndete Company ist in nur neun Jahren zu einem globalen, in 190 LĂ€ndern aktiven Unternehmen herangewachsen. Die einfache GeschĂ€ftsidee: Das Vermitteln von Zimmern und Wohnungen fĂŒr Ferienaufenthalte von Privat an Privat.

Obwohl die Idee, wenn man zum ersten Mal davon liest, nicht sonderlich innovativ klingt, ist sie auf extrem fruchtbaren Boden gefallen. Den Angaben der Website zufolge sind auf dem Portal mittlerweile rund vier Millionen Angebote zu finden – vom winzigen Kabinett mit Klappbett, das um ein paar Euro pro Nacht bezogen werden kann bis hin zur feudalen Luxusvilla, die um weit ĂŒber 1.000 Euro pro Nacht angeboten wird.

Der Aufstieg von Airbnb und einigen weiteren Anbietern, die das Modell einfach kopiert haben, hat die Hotel- und Beherberbungsindustrie weltweit ordentlich durcheinander gewirbelt, denn es blieb nicht lange bei der ursprĂŒnglichen Idee der Sharing Economy, dass kurzfristig leerstehende WG-Zimmer oder Wohnungen an Touristen vermietet werden. Findige WohnungseigentĂŒmer, Immobilienbesitzer und Immobilieninvestoren hatten das GeschĂ€ftspotenzial der Plattformen bald erkannt und wurden zu professionellen Vermietern. Wohnungen wurden angekauft, fĂŒr Touristen adaptiert und eingerichtet und in der Folge ĂŒber die Plattformen angeboten.

Das 81-Millionen-Euro-Business

Dass das GeschĂ€ftsmodell funktioniert beweist einmal mehr ein an der TU Wien durchgefĂŒhrtes Forschungsprojekt: GeschĂ€tzte 81 Millionen Euro haben die Airbnb-Vermieter in Wien im vergangenen Jahr eingenommen. In den Hot Spots belaufen sich die Einnahmen auf monatlich bis zu 300.000 Euro brutto. Rund zwei Drittel der monatlichen Gesamteinnahmen gehen an die obersten 20 Prozent mit den meisten Einnahmen. Wiens Top-Verdiener nimmt ĂŒber Airbnb monatlich rund 60.000 Euro ein. Wirklich viel Geld verdienen allerdings nur wenige Anbieter mit touristisch sehr gut gelegenen Immobilien. Die Top 40 Anbieter kommen aber immerhin auf mindestens 13.500 Euro monatlich. Das potentielle Steuer- und Abgabenvolumen, hinter diesen Einnahmen, liegt bei geschĂ€tzten 21 Millionen Euro.




Die Schattenseite des GeschĂ€fts: Tausende Wohnungen – dem auf Basis von Zahlen aus dem August 2017 durchgefĂŒhrten TU-Forschungsprojekt zufolge aktuell rund 2.000 – werden dem Wohnungsmarkt permanent entzogen. Zum Leidwesen vieler in beliebten Wohngebieten, in denen Mietpreise ohnehin schon ĂŒberdurchschnittlich hoch sind.

„Wenn sich das Wachstum von Airbnb der letzten Jahre fortsetzt, dann wĂ€ren im Jahr 2022 bereits ĂŒber 40.000 Wohnungen dauerhaft ĂŒber Airbnb vermietet. Damit wĂŒrden wesentliche Teile des Wohnungsangebots fĂŒr Wohnzwecke in der Stadt verloren gehen und der VerdrĂ€ngungsdruck weiter steigen“, warnen die Projektleiter, „wobei die von uns angewendete Definition von langfristig dem Wohnungsmarkt entzogenen Wohnungen relativ konservativ ist.“ Obendrein gĂ€be es weitere, in der Untersuchung nicht berĂŒcksichtigte Plattformen zur Vermietung von Immobilien an Touristen wie Wimdu oder Homestay, die das Problem weiter verschĂ€rfen.

Die Conclusio aus dem Projekt ist eindeutig: Wohnungen gehen am Wohnungsmarkt verloren und werden stattdessen als Ferienwohnungen fĂŒr Touristen vermietet. Was im Einzelfall ein gutes GeschĂ€ft ist wird zum Problem fĂŒr die Allgemeinheit, die Stadt und ihre Bewohner.

Die Folge des Airbnb-Booms: In beliebten Lagen steigen die Kauf- und Mietpreise fĂŒr Immobilien weiter an und da die Objekte an Touristen vermietet werden wird die eigentliche Bevölkerung aus den Regionen verdrĂ€ngt. Wobei Airbnb-UnterkĂŒnfte aus der Kategorie Wohnung/Haus im Durchschnitt 116 Tage im Jahr belegt sind und somit zwei Drittel der Zeit leer stehen. Nur ein Viertel der Angebote hat einen höheren Durchsatz und ist jĂ€hrlich 252 Tage oder mehr belegt.




https://www.trend.at/wirtschaft/airbnb-millionen-business-wohnraum-killer-8364464

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefÀllt das: