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Wärmedämmverbundsysteme: Was dafür und was dagegen spricht

Befürworter und Gegner stehen sich beinahe unversöhnlich gegenüber …
Thema Wirtschaftlichkeit: „Bei verschiedenen Fallstudien zum sogenannten Effizienzhaus 70 sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei einem Zinssatz von 3 bis 5 Prozent für den Kapitaleinsatz nach 20 bis 25 Jahren rechnet“, so Stolte. „Eine Fassade hat aber eine Lebensdauer von über 40 Jahren.“
Bauherren und Investoren sind klug genug, energetische Sanierungsmaßnahmen immer dann durchzuführen, wenn die Erneuerung eines Bauteils sowieso ansteht. Dadurch entstehen nur geringe Zusatzkosten für die Optimierung des Wärmeschutzes.“

Hingegen konstatiert Uwe Erfurth, Diplom-Chemiker und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der IHK für Schwaben für Anstriche und Außenputze: „Die Industrie berechnet die Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung ein bisschen sehr schön“, so der Experte.„Als Grundlage wird hier oft die Energieeinsparverordnung (EnEV) genommen, wonach im Winter der solare Wärmegewinn eines Hauses nur bei sechs Prozent liegt.“ Der Experte schätzt, dass dies höher ist.

„Es ist klar, dass bei einer Mietwohnung mit vielleicht 50 Quadratmetern Außenfläche die Amortisation nicht so schnell eintreten kann, wie etwa bei einem freistehenden Einfamilienhaus mit sehr großen Außenflächen.“
Sprich: Die Amortisationsrechnung ist nicht so einfach und schnell zu berechnen, wie es manchmal behauptet wird.
Zumal die Langlebigkeit ebenfalls diskutiert wird. Das Institut für Bauforschung dokumentierte so 2011 in der Forschungsstudie „Schäden beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren“ die Folgen von fehlerhafter Planung und Ausführung anhand von 50 Fallbeispielen.

Jochen Stotmeister hält entgegen: „WDVS sind weder neu noch unerprobt. Sie werden seit Mitte der 1960er Jahre ausgeführt.“ Er beruft sich dabei auf eine Langzeituntersuchung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik. „Die Dauerhaftigkeit von WDVS entspricht der eines konventionellen Wandbildners mit Putz.“

Dazu gehört zum Beispiel die Problematik des Schimmels in voll gedämmten Häusern: So streiten die Befürworter des WDVS die höhere Schimmelgefahr einfach ab. Dennoch: Die KfW empfiehlt für ihre Darlehen zum KfW-Effizienzhaus eine spezielle Detailplanung zum Luftdichtheitskonzept der Gebäudehülle und zum Lüftungskonzept.

Erfurth sieht hier aber ohnehin nicht das Risiko in der Fassadendämmung, sondern in den Fenstern, also allein bei der Lüftung. „Auch eine ungedämmte Fassade atmet nicht“, sagt er. „Vielmehr sind die luftdichten Fenster das Problem.“
Die Feuchtigkeit kann so nicht abtransportiert werden, Belüftungsanlagen seien als Alternative wartungsintensiv und womöglich schneller mit Keimen belastet. „Deshalb gehen einige Fensterhersteller mittlerweile wieder dazu über, Belüftungsmöglichkeiten im Fenster einzubauen“, so Erfurth.

Was in der Wohnung der Schimmel ist, ist außerhalb an der Fassade die Algenbildung. Algen bilden sich, wenn sich Tauwasser auf der kühlen Fassade bildet. „Das Problem ist hier, dass häufig mit wasserabweisenden Putzen gearbeitet wird“, beschreibt Erfurth. „Die Hersteller reagierten dann auf die Algenbildung mit Bioziden, mittlerweile verkapselten Bioziden.“
Diese sind allerdings nach einiger Zeit aus der Fassade ausgewaschen. Studien aus der Schweiz zeigen, dass die Pestizide des Außenputzes in die Umgebung und das Grundwasser abgegeben werden. Und: Die Fassade kann dann wieder veralgen, wenn die Gifte ausgewaschen sind.

Erfurth rät hier zu einem hochwertigeren mineralischen Putz mit zweimailigem hydrophilen Anstrich, der das Tauwasser aufnimmt. Das ist dann allerdings auch teurer. „Ich finde es schon ärgerlich, dass die chemische Industrie mit der Hydrophobie jahrzehntelang in die falsche Richtung marschiert ist“, so Erfurth.
Besonders häufig tritt das Problem eben bei Wärmedämmverbundsystemen auf, es kann allerdings auch alle anderen Fassadenarten mit einem falschen Putz treffen. Diese Veralgung könne auch „durch einen größeren Dachabstand, durch einen dickeren Putz gut verhindert werden“, sagt Christian Stolte.

Ein weiterer Kritikpunkte am WDVS ist oft die Brandgefahr bei Polystyrol, die nach Erfurth bei der Holzbauweise genauso gegeben ist. Wenn schwer entflammbares Polystyrol verwendet würde, sei die Gefahr aber sehr gering.
Zur Sicherheit müssen sowieso bei WDVS-Systemen ab einer bestimmten Etagenhöhe Brandsperren eingebaut werden. Und vereinzelt wird auch von Spechten in der WDVS-Fassade berichtet, „die können sich durch dünnen Putz durchhacken“, so Erfurth. „Auch hier gilt wieder: Wer einen hochwertigeren, dicken Putz aufträgt, hat das Problem nicht.“

Erfurth empfiehlt als Alternative zum Beispiel Fassaden aus Porenbeton, „der ist steif wie Polystyrol und nicht so entflammbar wie Mineralwolle.“
Zwar ist die Dämmung damit auch nicht ganz so gut, „aber an einer solchen Fassade hat der Hausherr dann wirklich jahrzehntelang Freude“, so Erfurth.
http://www.meineimmobilie.de/bauen-modernisieren/modernisieren/waermedaemmverbundsysteme-was-dafuer-und-was-dagegen-spricht

Wirtschaftlichkeitsberechnung:
https://www.wko.at/Content.Node/branchen/vbg/sparte_iuc/Ingenieurbueros/Wirtschaftlichkeitsberechnung-Urban—InternetNEU.pdf

Thermografie-Bilder (Wärmebild-Kamera) zeigen die Schwachstellen der Fassade und sollten die Entscheidungsfindung unterstützen. Zeigen diese Bilder einen erhöhten Wärmeverlust nach außen, muss über das Anbringen einer Wärmedämmung nachgedacht werden, denn wer will schon für draußen heizen oder im Sommer in einer überhitzten Wohnung schmachten?

KURZ GESAGT
Die richtige Wärmedämmung spart Heizkosten, entlastet die Umwelt und verbessert den Wohnkomfort.
Weitere Infos z. B. zum Einsparpotenzial:
http://www.umweltberatung.at/downloads/waermedaemmung-infobl-bauen.pdf

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