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Der klassische Verwalter stirbt aus

Qualität hat ihren Preis, heißt es landläufig – in der Immobilienverwaltung scheint dieser Leitsatz allerdings häufig nicht zu gelten.

Kostenfaktor ist der falsche Ansatz

Eigentümergemeinschaften entscheiden bei der Wahl eines neuen Verwalters oftmals insbesondere auf Basis des Kostenfaktors. Doch nur durch ein dem Aufwand angemessenes Honorar können die Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter langfristig halten und neue gewinnen – und so die Qualität ihrer Arbeit sicherstellen.

Immobilienverwaltungen managen treuhänderisch die private Altersvorsorge und das Vermögen von Millionen Bürgern. Das sollten Eigentümer in ihrem eigenen Interesse honorieren.

Denn dass eine gute Sachkenntnis nicht immer der Fall ist, zeigen die jährlich mehr als 260.000 Verfahren zum Wohnungseigentums- und Wohnraummietrecht vor deutschen Gerichten.

Trend: Es drohen Gemeinschaften ohne Verwalter

Wird eine Gemeinschaft über längere Zeit hinweg schlecht verwaltet, findet sich oft auch kein professioneller Verwalter mehr. Entweder sind Eigentümer nicht bereit, für das Aufarbeiten von Verwaltermängeln zu bezahlen, oder viele Verwaltungen sind bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Am Ende stehen diese Gemeinschaften ohne Verwalter da.

Ohne nötige Qualifikation und Sachkunde verursacht fehlerhafte Verwaltung jedes Jahr Schäden in Höhe von rund 200 Millionen Euro.

Die Branche hat im besten Fall ein mausgraues Image. Doch an diesem Punkt können Immobilienverwaltungen ansetzen.

Flexible Arbeitszeiten und die Freiheit für Home-Office-Tage stehen der klassischen Verwalterpraxis nicht entgegen – und machen den Verwalterberuf auch für die viel zitierte Generation Y attraktiver.

Software muss alle Arbeitsprozesse leicht bedienbar abbilden

Zudem muss das Zeitalter der Digitalisierung dafür genutzt werden, interne Prozesse in den Verwaltungen zu erleichtern. Auch über neue Formen der Kommunikation gilt es nachzudenken. Dies könnte Eigentümern, Mietern und dem Immobilienverwalter merklich helfen. Vor allem weil Eigentümergemeinschaften immer heterogener werden und Wohnsitz und Immobilie häufig weit voneinander entfernt liegen.

Beim Bereitstellen von Daten oder dem Abhalten von Eigentümerversammlungen bestehen per Videokonferenzen via Skype & Co. große Potenziale.

Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird um 4,4 Millionen bis zum Jahr 2030 abnehmen, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium. Es gilt deshalb nicht nur, den Verwalterberuf attraktiver zu gestalten, es müssen auch Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt werden. Denn es ist davon auszugehen, dass sich viele Verwaltungen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und weitergehende Leistungen an externe Dienstleister abgeben werden.

Der klassische Verwalter stirbt aus

Aber auch Dienstleister müssen sich auf den zunehmenden Fachkräftemangel bei Immobilienverwaltungen einstellen.

Bei der Entwicklung von Softwarelösungen und anderen Dienstleistungen gilt es immer mehr, die Abläufe in den Verwaltungen noch stärker zu berücksichtigen und einfließen zu lassen. Zudem müssen die Produkte so speziell zugeschnitten sein, dass sie auch von fachfremden Personen einzusetzen sind. Über die Zukunft der Immobilienverwaltung kommuniziert die Branche bereits seit 2017 in den vom DDIV initiierten Erfahrungsaustauschgruppen.

Perspektivisch dürften Verwaltungen vermehrt kooperieren. Dazu wird sich das werterhaltende und -steigernde Management von Wohnungseigentum deutlicher in der Öffentlichkeit abzeichnen. So gesehen stirbt der klassische Verwalter aus und findet seine Zukunft im treuhänderischen Immobilienmanager.

https://www.haufe.de/immobilien/verwaltung/fachkraeftemangel-sterben-die-verwalter-aus_258_454564.html

Ein Kommentar zu Der klassische Verwalter stirbt aus

  1. Wäre ich ein Verwalter (ein seriöser-keines mit schwarzer Farbe) würde ich auch keine heruntergewirtschaftete Wohnanlage nehmen!! – Es gibt halt Wohnanlagen die ziehen die schwarzen Verwalterscharfe direkt an. Ist wie bei der Partnerwahl, man wundert sich immer wieder weshalb man da kein gutes Händchen hat, die wenigsten suchen aber die Ursache bei sich selbst!!!
    Eine Verwaltersuche ist wie eine Partnersuche……..man hat ihn schnell in den eigenen vier Wänden sitzen, nur wenn es sich herausstellt das es eigentlich ein Zeck oder Blutegel ist, wird man dieses Getier schwer los, dies gelingt dann nur mit einer radikal Kur 😉

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