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Das Opium einer Eigentümergemeinschaft

Karl Marx bezeichnete die Religion als „Opium für das Volk“, er kannte diese Eigentümergemeinschaft nicht…

Hier wählt der „scheidende“ Hausmeister seinen Nachfolger. Zwar kann der Verwalter autonom im Bereich der Hausreinigung entscheiden, aber er wird nicht gegen seine eigenen Interessen agieren und eine Reinigungsfirma forcieren, wenn offensichtlich ist, dass die Dynastie der Hausmeister fortbestehen kann, denn Hausmeister nehmen dem Verwalter viele Arbeiten ab und werden von den Eigentümer/innen bezahlt.

Daher stellt der Verwalter am besten gleich ohne Mehrheitsbeschluss einen zweifachen Familienvater als Hausmeister ein, damit die Eigentümer/innen einerseits nicht einmal die Möglichkeit bekommen, das Hausmeister-Service einer Reinigungsfirma kennen zu lernen und andererseits psychisch unter Druck gesetzt werden, bei Wahl der Reinigungsfirma den Familienvater arbeitslos zu machen.

Wenn zusätzlich der neue Hausmeister mit einem höheren Lohn – im Vergleich zu den Mitbewerbern – eingestellt wird, entsteht ein noch stärkeres Abhängigkeitsverhältnis des Hausmeisters vom Verwalter. Dazu kommt, dass der Verwalter ihn nicht nur autonom einstellen sondern ihn auch autonom kündigen könnte.

Daraus folgert, dass der neue Hausmeister stets im Interesse des Verwalters handeln wird. Der/die einzelne Eigentümer/in bezahlt ihn zwar, ist aber nur im Kollektiv handlungsfähig. Trotzdem wird der Hausmeister aber selbstverständlich darauf bedacht sein, sich die Gunst der Eigentümer/innen zu erhalten bzw. zu erwerben. Daher sind Hausmeister auch gerne im Haushalt behilflich. 

Gerade wenn Spitzenlöhne bezahlt werden, wird ein kluger Verwalter einen Mehrheitsbeschluss veranlassen, damit die Eigentümer/innen letztendlich „selbst schuld“ sind. Unterschriftensammler/innen sind dann natürlich die Hausmeister und jene Eigentümer/innen, die vom „System Hausmeister“ profitieren. Sie streben die Erhaltung der Dynastie an, damit die Eigentümer/innen bei einem Wechsel zu einer Reinigungsfirma nicht nachträglich feststellen, dass die vorangegangenen Dynastien der Hausmeister überteuert waren. Kostenvergleiche, die eine Kostenersparnis von mindestens 50 % bei Einsatz einer Reinigungsfirma aufzeigen, werden durch eine „Milchmädchenrechnung“ fernab jeglichen Schulniveaus ad absurdum geführt, von den Eigentümer/innen aber akzeptiert und mit einer Unterschrift honoriert.

Die „schwere Arbeit“ rechtfertigt den hohen Lohn? Ein Hohn für die 70 % der in der Reinigungsbranche Tätigen, die für ein Drittel dieses Lohns arbeiten und für alle Jungärzte und Lehrer, die Verantwortung für Menschenleben und für unsere Kinder mit einem „Hausmeister-Lohn“ tragen. 

Und gerade diese Eigentümer, die so sozial denken, erwarten von diesem Hausmeister einen „Rund-um-die-Uhr“-Anwesenheitsdienst, was aus arbeitsrechtlicher Sicht nicht gedeckt ist und vom Hausmeister auch – zu Recht – nicht geboten wird.

In einer solchen Wohngemeinschaft scheint die Welt Kopf zu stehen, vor allem weil diesen Eigentümer/innen das Fegen ihres Stiegenhauses mehr wert ist als die Verwaltung ihres Vermögens!

Aber vielleicht fördert auch eine fehlende Nachbarschaftshilfe die Fruchtbarkeit der Dynastie der Hausmeister? Hilfreiche Nachbarshände ersetzen leicht den Hausmeister im Privathaushalt und seine „offiziellen“ Tätigkeiten übernimmt der Hausmeister einer Reinigungsfirma zum halben Preis!

Übrigens: Wahrscheinlich würde auch der von einer Reinigungsfirma abgestellte Hausmeister privat behilflich sein – selbstverständlich nach seiner offiziellen Dienstzeit… und der Verwalter macht dann seine Arbeit autonom, für die er – zwar nicht mit Hausmeister-Lohn – bezahlt wird! 😉

3 Kommentare zu Das Opium einer Eigentümergemeinschaft

  1. Da gehört ein gewaltiger Besen her…., der Verein Ulmgasse wollte mit der neu eingesetzten Verwaltung, die aber nicht OGRIS hieß, diesen Besen einsetzen! Ein sogenannter „Untersuchungsausschuss“ sollte die Wohnanlage von oben bis unten durchleuchten, dass wollten einige nicht und so blieb alles beim Alten und so wird es auch weiterhin bleiben!!

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  2. Die Geister……..
    „Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los.“Diesen Vers aus Goethes „Zauberlehrling“ kann ich Eurer Ulmgasse-WEG zum wiederholten Male zu Gemüte führen!

    Es gab und gibt ja sowieso keinerlei Kontrollen (Hausverwaltung /Hausbetreuer).
    Ausschlaggebend für diese grenzenlose „Hausmeister/Hausbetreuer-Phobie“ ist schlicht und einfach die Weigerung, Verantwortung zu übernehmen!

    Der Grund der Verantwortungslosigkeit? Vielleicht spielen dabei auch fremde Interessen eine Rolle ….

    Es sind bestimmt hauptsächlich Probleme finanzieller Art… die immer schöngeredet werden …. und die WEG einlullen.

    Ein kluges Kerlchen von Verwalter, bezahlt Spitzenlöhne und die Eigentümer/innen bezahlen anstandslos…. es wird ja wohl alles seine Richtigkeit haben… oder?

    Na ja, die Eigentümer, die vom alten System profitieren, wollen mit allen Mitteln eine Änderung verhindern…

    Betreutes Wohnen ist ja schön für betagte Eigentümer… warum sollen/müssen die Jungen mitbezahlen?

    Diese Wohnanlage wurde in den Siebzigern gebaut und ist bestimmt renovierungsbedürftig?
    Auch diese Wohnanlage wird renoviert werden müssen… nicht zu lange aufschieben….
    Kosten steigen explosionsartig…. Löhne der HB auch … was dann?

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  3. Hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht, das Durchschnittsalter der Bewohner in der Ulmgasse anzuschauen? Eventuell liegt darin der Schlüssel zu dieser Lethargie? Jedenfalls wird den jungen Bewohnern ein Erbe hinterlassen, an dem sie schwer zu knabbern haben. Sie würden die Verantwortlichen dann gerne fragen, weshalb sie das zugelassen haben, diese Frage werden sie den Verantwortlichen jedoch nicht mehr stellen können…!! NUR eine Sanierung mit der Hausverwaltung OGRIS ?????? Die Wohnanlage Ulmgasse hat ein PROBLEM……zuerst benötigt sie eine Hausverwaltung, die etwas versteht und dann kann sie erst an eine Sanierung denken. Durch die pfuschartigen Reparaturen der letzten Jahre, welche teilweise von den Hausbesorgern durchgeführt wurden, sind die Schäden nicht kleiner sondern größer geworden und das kostet wieder mehr….Ulmgasse, Ihr habt ein PROBLEM!
    PS: Schaut Euch mal die Verkabelung der Satanlage an, in einem Dritte-Welt-Land ist es nicht schlimmer……

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